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Ein Blick auf die Technik & Architektur

Der Donauturm ist nicht nur Wiens höchstes Bauwerk, sondern auch ein architektonisches und technisches Meisterwerk. Seit seiner Eröffnung zur Wiener Internationalen Gartenschau 1964 (WIG 64) beeindruckt er mit innovativer Bauweise, ausgeklügelter Technik und zeitlosem Design.

Von den Expressaufzügen, die Besucher in nur 35 Sekunden nach oben befördern, über die drehenden Plattformen im Restaurant und Café bis hin zur stabilen Konstruktion, die selbst starken Winden standhält – hier steckt jahrzehntelange Ingenieurskunst dahinter.

Entdecken Sie die spannende Geschichte hinter der Architektur und Technik dieses Wahrzeichens und erfahren Sie, welche modernen Innovationen den Donauturm bis heute zu einem der beeindruckendsten Bauwerke Österreichs machen!

Die Bauteile des Donauturms – Ein Blick auf die Architektur

Bauteile c Rennhofer

Bauteile - Fundament

1. Das Fundament – Stabile Basis des Turms

Ganz unten sorgt das massive Fundament für die Stabilität des Donauturms. Es trägt die gesamte Konstruktion und sichert den Turm gegen Wind und Erschütterungen.

(c) Rennhofer

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Bauteile - Turmschaft

2. Der Turmschaft – Das schlanke Herzstück

Der schlanke Betonschaft erstreckt sich nach oben und trägt die wichtigsten Bereiche des Turms – darunter die Aussichtsterrasse, das Café und das Restaurant.

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Bauteile - Turmkopf

3. Der Turmkopf – Hier dreht sich alles
Im oberen Bereich befindet sich der Turmkopf, der die drehenden Plattformen des Restaurants und Cafés beherbergt. Hier genießen Besucher die spektakuläre 360°-Aussicht.

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Bauteile - Stahlmast

4. Der Stahlmast – Die Krönung des Turms

An der Spitze des Turmschafts ragt der Stahlmast in den Himmel und verleiht dem Donauturm seine endgültige Höhe von 252 Metern. Hier sind auch Logos und technische Anlagen montiert.

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Das Fundament – Die stabile Basis des Donauturms

1 | Flachgründung statt Tiefgründung

Statt einer Tiefgründung wurde eine Flachgründung gewählt, da der Baugrund tragfähig genug war. Dies sparte nicht nur Kosten, sondern ermöglichte eine schnellere Fertigstellung des Turms.

Grundriss des Fundaments c Rennhofer

Das Fundament – Die stabile Basis des Donauturms

2 | Ein außergewöhnliches Design

Das Fundament ist kein einfacher Betonblock, sondern ein kreisförmiger Ring mit einem Durchmesser von 31 Metern außen und 10 Metern innen. Es liegt rund 8 Meter unter der Erde.

(c) Bernhard Rennhofer

Lastableitung der Vertikalkräfte Rennhofer

Das Fundament – Die stabile Basis des Donauturms

3 | Perfekte Lastenverteilung

Dank seiner drei unterschiedlichen Schalenformen verteilt das Fundament die enorme Last des Donauturms gleichmäßig, wodurch eine maximale Stabilität gewährleistet wird.

(c) Bernhard Rennhofer

223_donaupark-10_span-12 Quelle WStLA

Das Fundament – Die stabile Basis des Donauturms

4 | Bau in Rekordzeit

In nur zwei Monaten war das Fundament fertig – am 11. Oktober 1962 konnte bereits mit dem Bau des Turmschafts begonnen werden.

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Der Turmschaft – Das Herzstück des Donauturms

1 | Eine schlanke Stahlbetonröhre

Der Turmschaft ist eine 182 Meter hohe Röhre aus Stahlbeton, die im Fundament verankert ist. Sein Durchmesser verjüngt sich von 12 Metern am Boden auf 6 Meter ab 145 Metern Höhe.

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Der Turmschaft – Das Herzstück des Donauturms

2 | Stabil, aber leicht

Die Wandstärke verringert sich von 50 cm am Boden auf nur 25 cm an der Spitze – das spart Gewicht, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen.

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Der Turmschaft – Das Herzstück des Donauturms

3 | Zwei Hochgeschwindigkeitslifte

Im Inneren befinden sich zwei Aufzüge, die Besucher in nur 35 Sekunden zur Aussichtsterrasse bringen. Der Aufzugsschacht beginnt als „E“-Form und geht ab 65 Metern Höhe in eine T-Form über.

230_der_donauturm-8_span-12 Quelle WStLA

Der Turmschaft – Das Herzstück des Donauturms

4 | Bau in Rekordzeit dank Gleitschalung

Statt mit herkömmlichen Gerüsten wurde der Turm mit einer gerüstfreien Gleitschalung gebaut. Der Beton wurde in Abschnitten gegossen und die Schalung kontinuierlich nach oben gezogen – so wuchs der Turm täglich um 4 bis 5 Meter!

Herstellung des Turmes im Winter 1963 Matthias Schmitt

Der Turmschaft – Das Herzstück des Donauturms

5 | Harte Bedingungen im Winter 1962/63

Ein strenger Winter zwang die Arbeiten für zwei Monate zum Stillstand. In 150 Metern Höhe erschwerten Kälte und Wind den Bau, weshalb Heizstrahler und Strohmattendecken eingesetzt wurden, um den Beton vor Frost zu schützen.

(c) Matthias Schmitt

Querschnitt Turmschaft

Der Turmschaft – Das Herzstück des Donauturms

6 | Fertigstellung am 28. Februar 1963

Trotz aller Herausforderungen wurde der Turmschaft in nur wenigen Monaten fertiggestellt. Am 28. Februar 1963 war das Fundament des Donauturms errichtet – und die Montage der Aussichtsterrasse konnte beginnen!

(c) Bernhard Rennhofer

Grundriss der Aussichtsterrasse

Der Turmschaft – Die Aussichtsterrasse

Die Aussichtsterrasse wurde rund um den Turmschaft in 150 Metern Höhe montiert – und hat eine ungewöhnliche Form: Anstatt rund zu sein, ist sie als gleichseitiges Dreieck konzipiert.

Das Tragwerk besteht aus 24 Stahl-Radialträgern, die einem Fachwerk ähneln. Diese Träger wurden mit einem kleinen Kran an die Turmspitze gezogen und direkt am Schaft montiert. Nach der Installation wurden sie oben und unten einbetoniert – die eingebetteten Träger sind bis heute an der Unterseite der Terrasse sichtbar.

(c) Bernhard Rennhofer

Querschnitt Turmkopf

Der Turmkopf – Technik trifft auf spektakuläre Aussicht

1 | Architektur & Funktion in Perfektion

Der Turmkopf ist das Herzstück des Donauturms und vereint Architektur mit ausgeklügelter Technik. Hier befinden sich nicht nur das Restaurant und das Café, sondern auch praktische Einrichtungen wie eine zentrale Küche und WC-Anlagen.

(c) Bernhard Rennhofer

Querschnitt Drehbühne

Der Turmkopf – Technik trifft auf spektakuläre Aussicht

2 | Die einzigartige Drehkonstruktion

Damit alle Gäste den bestmöglichen Ausblick genießen können, wurde eine drehbare Konstruktion entwickelt: Anstatt nur in eine Richtung zu blicken, rotiert das gesamte Restaurant- und Café-Stockwerk um den Turm.

(c) Bernhard Rennhofer

Antrieb Drehbühne

Der Turmkopf – Technik trifft auf spektakuläre Aussicht

3 | Wie funktioniert die Drehbewegung?

Die Drehplattform ruht auf einer Stahlkonstruktion, die sich auf speziellen Rollen bewegt. Diese Rollen treiben die Drehbühne an, ohne dass sich der Turmschaft mitdreht.

(c) Matthias Schmitt

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Der Turmkopf – Technik trifft auf spektakuläre Aussicht

4 | Drei verschiedene Geschwindigkeiten

Die Rotation erfolgt in drei Stufen:
Schnell: Eine komplette Umdrehung in 22,5 Minuten
Mittel: Eine Umdrehung in 26 Minuten
Langsam: Eine Umdrehung in 45 Minuten

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Der Stahlmast – Krönung & Funktion des Donauturms

1 | Mehr als nur ein Gestaltungselement

Der Stahlmast an der Spitze des Donauturms ist nicht nur optisch markant, sondern hat auch eine wichtige Funktion. Neben den auffälligen Logos beherbergt er eine Polizeifunkanlage und verschiedene Wetterinstrumente.

Detailansicht Stahlmast Rennhofer

Der Stahlmast – Krönung & Funktion des Donauturms

2 | Höhe & Verjüngung

Der 70 Meter hohe Mast verjüngt sich nach oben – ähnlich wie der Turmschaft:

Durchmesser an der Basis: 2,50 Meter
Konstant bis 232 Meter Höhe
Verengt sich auf 1 Meter an der Spitze

Auch die Blechstärke variiert: von 18 mm unten bis auf nur 8 mm ganz oben.

(c) Bernhard Rennhofer

Montage Stahlmast Matthias Schmitt

Der Stahlmast – Krönung & Funktion des Donauturms

3 | Eine technische Herausforderung bei der Montage

Statt den Mast als ein einziges Stück zu montieren, wurde er in Abschnitten mit einem Kran hinaufgezogen und an der Spitze des Turmschaftes verschweißt. Eine spezielle Arbeitsplattform ragte dabei über die Aussichtsterrasse hinaus, um die Mastteile sicher zu transportieren.

(c) Matthias Schmitt

Blechstreifen Rennhofer

Der Stahlmast – Krönung & Funktion des Donauturms

4 | Cleveres Design gegen  Windschwankungen

Die Spitze des Stahlmasts ist mit Blechstreifen in Schraubengewindeform versehen. Diese helfen, Schwingungen bei starkem Wind zu minimieren und sorgen für Stabilität – selbst unter extremen Wetterbedingungen.

(c) Bernhard Rennhofer

Von Bernhard Rennhofer erklärt

Was niemand sieht – aber jeder spürt

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Wärme in luftiger Höhe – damals eine Herausforderung

Bereits in den 1960er-Jahren stellte die Beheizung der Gastronomie auf 160 und 170 Metern Höhe eine technische Meisterleistung dar. Wind, Kälte und die drehbaren Ebenen erforderten kreative Lösungen. Warmluft wurde über zentrale Kanäle zu den Plattformen geleitet – eine Innovation, die es ermöglichte, auch im Winter gemütlich im Turm Restaurant zu speisen.

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Drehbühnen mit Komfort

Besonders anspruchsvoll war die Beheizung der sich drehenden Café- und Restaurantbereiche. Spezielle Luftkanäle in der Sockelzone transportierten warme Luft zu den rotierenden Plattformen. Die damalige Technik war ausgeklügelt – aber mit steigenden Anforderungen an Energieeffizienz und Komfort stieß sie an ihre Grenzen.

Hoval Heizung

Hoval bringt moderne Heiztechnik auf den Punkt

2017 wurde die Heizungsanlage grundlegend modernisiert. Zwei Hoval-Gasheizkessel vom Typ Max-3 sorgen seither für zuverlässige Wärme – mit 700 kW Leistung und intelligenter Steuerung durch das System TopTronic E. Ein Wärmetauschersystem versorgt die drehbaren Bühnen mit 80 °C warmer Luft – effizient, robust und zukunftssicher. So bleibt es auch bei Minusgraden auf 170 Metern angenehm warm.

Schönster Arbeitsplatz der Technik

  • 35
    Sekunden
    Dauer einer Fahrt
  • 514
    Tonne
    Betonstahl wurden verbaut
  • 126
    Meter
    kleiner ist das Vienna International Center
  • 80
    Kilometer
    Fernsicht bei Schönwetter
  • 6
    Heiratsanträge
    pro Woche
  • 20
    Monate
    dauerte der Bau

Fenstertausch im Turm Restaurant auf 170m

  • 252
    Gesamthöhe
    Höchstes Bauwerk Österreichs
  • 17600
    Tonnen
    Gewicht des Turms
  • 12
    Meter
    Durchmesser am Boden
  • 6
    Meter
    Durchmesser auf 160m
  • 31
    Meter
    Tiefe des Fundaments
  • 779
    Stufen
    zählt das Treppenhaus

 

Jährliche Fensterreinigung

Denkmalschutz
Als eines der bekanntesten Wahrzeichen Wiens steht der Donauturm seit 2001 unter Denkmalschutz. Der Umbau 2018 wurde daher in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt.

Messstation
Seit 1964 erfassen Messstationen auf der Aussichtsterrasse Wetterdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit. Zudem misst das Physikalische Institut CO₂ und Aerosole.

Umweltmessungen 
Der Donauturm ermöglicht die Beobachtung der Atmosphärenveränderung bis 200 Meter. Seit 1969 werden auch Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe gemessen – Basis für das Luftreinhaltegesetz.

Sendemast
Im Stahlmast befinden sich UKW-Sendeanlagen für Radiosender wie Radio Arabella & 98.3 Superfly. Der Donauturm ist auch ein wichtiger Standort für Mobilfunk und den Polizeifunk.

 

Technik Rundgänge

Lichtsignal
Seit 1965 dient der Donauturm als Orientierungspunkt für Flugzeuge. Eine Blinklichtanlage unterstützt bei Schlechtwetter die sichere Landung am Flughafen Schwechat.

Sturm
Die stärkste Sturmperioden bringen den Donauturm nicht ins Wanken. An der Spitze schwankt er nur 1,25 Meter, Restaurant und Café lediglich 30 cm – ein Meisterwerk der Ingenieurskunst!

Gewitter
Blitzeinschläge sind seit seiner Eröffnung nicht ungewöhnlich, doch Gäste im Restaurant oder Café bemerken sie höchstens durch ein kurzes Flackern der Beleuchtung.

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Heizung
Zwei leistungsstarke Gasheizkessel und eine innovative Warmluft-Sockelheizung ermöglichen auch im Winter höchsten Komfort – selbst auf den drehenden Plattformen.

Bericht über
Industriekletterer
aus dem Jahr 2007