Servus in Wien
Wien verbindet Tradition und Moderne, Geschichte und Innovation – und kaum ein Ort zeigt dies so eindrucksvoll wie die Donaustadt. Hier erhebt sich der Donauturm, das höchste Bauwerk Österreichs, umgeben von einer einzigartigen Mischung aus Natur, Architektur und Freizeitangeboten.
Direkt zu seinen Füßen erstreckt sich der Donaupark, eine weitläufige Grünanlage mit historischen Denkmälern und spannender Geschichte. Nur wenige Schritte entfernt fließt die mächtige Donau, die das Stadtbild prägt und sowohl Erholung als auch Wassersport bietet.
Mit der UNO-City ist Wien zudem ein internationales Zentrum, das Diplomatie und globale Zusammenarbeit fördert. Erkunden Sie diese faszinierende Umgebung, in der Natur und Stadtleben, Erholung und Weltpolitik aufeinandertreffen!
Donaupark - Grünes Juwel Wiens
Eröffnung 1964
Am 16. April 1964 eröffneten Bürgermeister Franz Jonas und Bundespräsident Adolf Schärf den Donauturm sowie den Donaupark. Das 600.000 m² große Areal erstreckt sich im 22. Bezirk zwischen Arbeiterstrandbadstraße, Donauturm und Hubertusdamm.
(c) Wien Museum
Vom Müllplatz zur Grünoase
Bis 1960 wurde das Gebiet als Mülldeponie genutzt. Erst für die Wiener Internationale Gartenschau (WIG64) entstand das heutige Naherholungsgebiet – ein echter Wandel!
WIG64 – Europas größte Gartenschau
Rund 2,1 Millionen Besucher kamen 1964 zur WIG64. Die Nachfolgeausstellung WIG74 in Oberlaa lockte sogar 2,6 Millionen Gäste an.
Sessellift mit Ausblick
Für die Gartenschau wurde ein Sessellift gebaut, der bis 1983 in Betrieb war. Mehr als 600.000 Gäste genossen den Blick auf den Donaupark aus der Luft.
(c) Brüder Basch
Ballonrennen um das "Goldene Edelweiss"
Am 17. Mai 1964 bot sich den Besuchern der Gartenschau ein spektakulärer Anblick: Mehrere Heißluftballons starteten vom WIG-Gelände zu einem Wettflug. Ziel war das begehrte "Goldene Edelweiss", eine Trophäe für den Sieger.
Dieses besondere Rennen war eines der vielen Highlights der WIG 64 und unterstrich die festliche Atmosphäre der internationalen Gartenschau.
(c) Basch
Donauparkbahn – Nostalgie auf Schienen
Seit 1964 dreht die Donauparkbahn ihre Runden. Die 3,4 km lange Strecke führt durch die schönsten Ecken des Parks.
Motorrikschas – Bequeme Gartenschau-Tour
Wer sich nicht zu Fuß durch den Donaupark bewegen wollte, ließ sich stilvoll in einer Motorrikscha kutschieren – ein beliebtes Transportmittel während der WIG64.
(c) Heinz Hosch / Die Presse
Donauparkhalle – Vom Eissport zur Weltausstellung?
1966 wurde die für die WIG64 gebaute Donauparkhalle zur Eishalle umfunktioniert. Sie war Austragungsort der Eishockey-Weltmeisterschaften 1967 und 1987. Anfang der 1990er Jahre wurde die Halle abgerissen, um Platz für die geplante – aber nie stattgefundene – Weltausstellung zu schaffen.
Das Turmgewächshaus – Innovation der WIG 64
Ein besonderes Highlight der Gartenschau 1964 war das Turmgewächshaus von Othmar Ruthner. Der 41 Meter hohe Glasturm faszinierte mit seinem innovativen Konzept: Tausende Pflanzentöpfe rotierten, während sie automatisch gedüngt und bewässert wurden.
Die Idee fand schnell Nachahmer – bereits 1965 gab es ähnliche Türme in Österreich, Deutschland, Kanada, Norwegen und der Schweiz. Ein visionäres Beispiel für moderne Landwirtschaft und nachhaltigen Anbau.
(c) Wien Museum
Der Irissee – Naturidylle im Donaupark
Der 30.000 m² große Irissee wurde zur Gartenschau 1964 angelegt und prägt seither das Landschaftsbild des Donauparks. In den 1990er Jahren drohte das Wasser in den Untergrund zu versickern, weshalb der See renaturiert und um eine Sumpfzone erweitert wurde. Heute ist er ein wertvolles Ökosystem und ein beliebter Ort der Erholung.
Vom Seerestaurant zum Korea-Kulturhaus
Das ehemalige Seerestaurant am Irissee steht teilweise unter Denkmalschutz und erhielt 2012 eine neue Bestimmung: Zum 120-jährigen Jubiläum der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Korea wurde es in das Korea-Kulturhaus umgewandelt. Heute dient es als kultureller Treffpunkt und Veranstaltungsort, der koreanische Traditionen und moderne Kunst erlebbar macht.
Der Kaffeehausberg – Geschichte mit Ausblick
1964 wurde aus dem Aushub des Irissee ein kleiner Hügel aufgeschüttet, auf dem ein Café eröffnet wurde. Mitte der 1980er Jahre wurde der Betrieb eingestellt, doch die Grundkonstruktion blieb erhalten. Heute ist der restaurierte Kaffeehausberg ein beliebter Aussichtspunkt und ein Zeugnis der Gartenschau-Geschichte.
Hommage an Anna Freud – Kunst & Psychoanalyse
Unter dem ehemaligen Dach des Kaffeehauses am Kaffeehausberg befindet sich eine besondere Kunstinstallation: Eine Keramik-Wasserskulptur erinnert an Anna Freud, die Tochter von Sigmund Freud. Die Symbolik der Skulptur – eine Rose, sprudelndes Wasser und eine Schwelle – steht für den weiblichen Eros, das Unbewusste, Geburt und Geborgenheit. Ein stiller Ort der Reflexion mitten im Donaupark.
(c) Philipp Splechtna
"Kaffeehausszene" – Kunst von Maitre Leherb
Nur wenige Meter vom ehemaligen Kaffeehaus am Kaffeehausberg entfernt schuf der Wiener Künstler Maitre Leherb (Helmut Leherbauer, 1933–1997) ein beeindruckendes Keramik-Reliefbild. Die "Kaffeehausszene" fängt die typische Wiener Kaffeehauskultur in kunstvoller Form ein und ergänzt das kulturelle Erbe dieses besonderen Ortes im Donaupark.
(c) Philipp Splechtna
Die Papstmesse & das Stahlkreuz
Am 11. September 1983 versammelten sich rund 300.000 Gläubige am Fuß des Donauturms zur Heiligen Messe mit Papst Johannes Paul II. Ein bedeutendes spirituelles Ereignis in der Geschichte Wiens.
Zu diesem Anlass wurde ein 40 Meter hohes, 56 Tonnen schweres Stahlkreuz errichtet. 2010 drohte der Abriss, doch nach öffentlicher Debatte und dem Einsatz von Kardinal Schönborn und Bürgermeister Häupl wurde es gerettet und 2012 renoviert gesegnet.
1990 wurde der Turm zwei Tage lang zur Funkstation: Im Rahmen des Jamboree on the Air sendeten Pfadfinder und Funkamateure Friedensbotschaften in die Welt.
Che Guevara & weitere Denkmäler
Ein besonders umstrittenes Denkmal im Donaupark ist die erste Che-Guevara-Büste Europas, die 2008 von Bürgermeister Häupl enthüllt wurde. Die Aufstellung sorgte für heftige Kritik, insbesondere von ÖVP und FPÖ.
2009 geriet die Statue erneut in die Schlagzeilen, als die Nase der Büste abgesägt wurde. Kurz darauf wurde eine 3800 Euro teure Nachbildung montiert.
Neben Che Guevara befinden sich im Donaupark auch Denkmäler für Simon Bolivar, den südamerikanischen Freiheitskämpfer, und Salvador Allende, den ehemaligen chilenischen Präsidenten.
(c) Philipp Splechtna
Üzeyir Hacıbeyov – Pionier der aserbaidschanischen Musik
Der aserbaidschanische Komponist Üzeyir Hacıbeyov (1885–1948) gilt als Begründer der modernen aserbaidschanischen Musik. Er schrieb die erste Oper im islamischen Orient und prägte die musikalische Entwicklung seines Heimatlandes nachhaltig.
2006 wurde ihm auf Initiative der aserbaidschanischen Botschaft ein Denkmal im Donaupark gewidmet – ein Zeichen der kulturellen Verbindung zwischen Wien und Aserbaidschan.
(c) Philipp Splechtna
Paracelsus – Medizin & Mystik im Donaupark
Auch Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, hat im Donaupark ein Denkmal. Der Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph revolutionierte die Medizin im 16. Jahrhundert.
Sein Gedenkstein ist stilecht inmitten eines Heilkräutergärtchens platziert – eine Hommage an sein Wissen über die Heilkraft der Natur.
(c) Philipp Splechtna
"Das Goldene Kalb" – Technik als Apokalypse
Am Rande der Papstwiese steht die mehrteilige Skulptur „Das Goldene Kalb – Die Technik als Apokalypse“ des österreichischen Bildhauers Karl Anton Wolf (1908–1989).
Das Kunstwerk thematisiert die Ambivalenz des technischen Fortschritts – einerseits als Errungenschaft, andererseits als mögliche Bedrohung. Ein eindrucksvolles Symbol für den kritischen Umgang mit der modernen Welt.
(c) Philipp Splechtna
Gedenkstein für Wehrmachtsdeserteure
Auch der Donaupark hat eine dunkle Vergangenheit: Auf dem ehemaligen Militärschießplatz Kagran wurden zwischen 1938 und 1945 hunderte Wehrmachtssoldaten von Erschießungskommandos hingerichtet.
Heute erinnert der "Gedenkstein für erschossene Wehrmachtsdeserteure" an die Opfer der NS-Militärjustiz. Errichtet 1984 von der Stadt Wien und dem Verteidigungsministerium, setzt er ein Zeichen gegen das Vergessen.
(c) APA
Bienen & Schmetterlinge – Naturschutz im Donaupark
Seit der Eröffnung des Donauparks betreuen die Wiener Imker hier Bienenvölker. Die Imkerschule vermittelt ihr Wissen an Kindergärten und Schulen, und angehende Stadtimker können hier einen Anfängerkurs besuchen.
In einer speziell gestalteten Schmetterlingswiese wurde ein "idealer Lebensraum für Schmetterlinge" geschaffen. Die Falter schlüpfen in einer Zuchtstation neben der Wiese und werden dann in den Park freigelassen, um das ökologische Gleichgewicht zu fördern.
(c) Philipp Splechtna
Spurensuche im Donaupark: Der Sessellift der WIG 64
Vision in der Luft
Zur Wiener Internationalen Gartenschau 1964 (WIG 64) entstand ein Highlight im Donaupark: Ein zwei Kilometer langer Sessellift transportierte Besucher lautlos über das weitläufige Gelände der ehemaligen Mülldeponie – heute grüne Oase.
(c) Österr. Nationalbibliothek
Hollywood-Feeling im Grünen
In stilvollen Zweisesseln – angelehnt an Hollywood-Schaukeln – konnten Gäste der WIG 64 lautlos über den Park gleiten und dabei die neu gestaltete Landschaft aus der Vogelperspektive genießen.
Technische Meisterleistung
Der Lift wurde in markanter Triangelform mit einer Antriebs- und zwei Umlenkstationen errichtet.
Technische Meisterleistung
Angetrieben wurde er hydroelektrisch über ein Kienast-Kissling-Getriebe und einen Elektromotor von Elin Austria.
(c) Rikki
Ein Werk von GIRAK
Gebaut wurde die Anlage von der Firma Brüder Girak aus Korneuburg – später Garaventa, heute Teil des Weltmarktführers Doppelmayr.
(c) Österr. Nationalbibliothek
Die Fahrt
Gemächlich hob der Sessellift vom Boden ab – vorbei an Blumenbeeten und Pavillons der WIG 64 beginnt die entspannte Panoramafahrt durch den Donaupark.
(c) Thomas Schiffer
Schwebend durch den Park
Mit leichtem Schwung glitten die Doppelsessel über das weitläufige Gelände – unter den Füßen Wiesen, Wasser und Menschen, die die Gartenschau genossen.
Bildarchiv sagen.at
Blick von oben
In luftiger Höhe eröffnete sich ein weiter Blick auf das neue Wien – ein unvergessliches Erlebnis für Groß und Klein, ganz ohne Eile.
(c) Rikki
Hildegard Knef unterwegs im Sessellift
Auch Prominenz nutzte die Fahrt durch den Donaupark: Die deutsche Schauspielerin Hildegard Knef fuhr gemeinsam mit ihrem Mann David Cameron mit dem neuen Lift.
Peter Weck bei der Pressefahrt
Anlässlich der Pressevorstellung des Sessellifts testete auch Schauspieler und Publikumsliebling Peter Weck die schwebende Neuheit persönlich.
Promis in luftiger Höhe
Filmikone Nadja Tiller und TV-Legende Heinz Conrads genossen den Sessellift der WIG 64 – mit stimmungsvollem Blick auf das neue Wien aus der Vogelperspektive.
Ende einer Ära
Nach Einstellung des Betriebs in den 1980er Jahren wurde die Anlage 1985 rückgebaut. Die Seile und Sessel verschwanden, einige Masten blieben noch Jahre sichtbar.
Bildarchiv sagen.at
Versteckt im Wäldchen
Noch heute findet man Relikte der WIG-Sesselbahn: Im Wäldchen nördlich der Station Donauturm der Donauparkbahn liegt ein altes Stützenfundament – ein stiller Zeuge der schwebenden Vergangenheit.
(c) 2008 Ronny
Letzte Stütze mit Anker
Unmittelbar bei der südlicheren der beiden Umlenkstationen findet sich ein Stützenfundament mit eingegossenem Anker – vermutlich der letzte Haltepunkt der historischen Seilbahnstrecke.
(c) 2008 Ronny
Ehemalige Antriebsstation
Das Areal der einstigen Antriebsstation ist ebenfalls noch erkennbar: Asphaltflächen links und rechts der Bäume verlaufen exakt in den ehemaligen Trassenwinkeln. Das Gebäude stand direkt hinter den heute ausgewachsenen Bäumen.
(c) 2008 Ronny
Sessellift
Die Alte Donau ist ein beliebtes Freizeitgewässer, die Neue Donau wurde als Hochwasserschutz errichtet, und dazwischen erstreckt sich die Donauinsel – Wiens größtes Naherholungsgebiet für Sport, Natur und Entspannung.
Das Vienna International Centre (VIC), auch UNO-City genannt, ist seit 1979 Sitz zahlreicher internationaler Organisationen. Österreich vermietet es der UNO für symbolische 7 Cent pro Jahr. Als exterritoriales Gebiet ist es ein wichtiges diplomatisches Zentrum Wiens.